Anni`s Schätze & andere Wichtigkeiten
  Luis` Geschichte
 


ein BildEnde August war ich auf Kreta und was ich dort in der Hotelanlage sah, war fürchterlich..
Eine Kätzin hatte 4 Junge – ca. 10 Wochen alt, davon waren drei kerngesund, eines jedoch schwer behindert. Der Kleine kroch nur auf dem Hintern umher, das linke versteifte Bein nach vorn gestreckt und das andere unterm Po. Er hatte überall eiternde und offene Wunden an den Gelenken, saß zitternd in der Ecke und es ging ihm sichtlich schlecht.

Was genau mit ihm passiert ist, konnte mir niemand sagen und auch in den Kliniken Münchens konnte man nur vermuten, dass wohl kurz nach der Geburt jemand auf die Beine getreten sein muss.

Da ich am Wochenende heimflog, konnte ich keinen Tierarzt mehr aufsuchen, um ihn untersuchen zu lassen und eventuell mitzunehmen. Also setzte ich von Deutschland aus alle Hebel in Bewegung und kontaktierte die „Arche Noah“. Um es kurz zu machen, der Kleine wurde von Virginia, Kretas guter Seele und Auffangstation verletzter und kranker Tiere, abgeholt.

Der Gesundheitszustand von Luis war besorgniserregend, er hatte sehr hohes Fieber und lief geradewegs auf die Regenbogenbrücke zu. Nach schier hoffnungslosen, schlaflosen Nächten aber auch professioneller Medikation hat er es doch geschafft und wurde durch einen Flugpaten (in dem Fall war es sogar eine Bekannte von mir, die zu dem Zeitpunkt zufällig auf Kreta war - danke nochmal Kasi!) zu mir nach Deutschland gebracht.



Ich war in allen Kliniken Münchens - die Diagnose blieb dieselbe:
Luis wird nie laufen können. Trotzdem versicherten mir die Oberärzte einer sehr guten Spezialklinik, dass Luis auf jeden Fall Lebensqualität hätte, solang sich sein Zustand nicht verschlimmert, sprich chronische Blasenentzündung oder ähnliches bekommt (da er inkontinent ist).

Ein Arzt sagte etwas, das ich nie vergessen werde:
"Es kommt nicht drauf an, wie lange er lebt - sondern WIE er lebt."

Und solange er keine Schmerzen hat - und das haben auch alle Kliniken bestätigt - kann er ein schönes Leben führen. Es können 10, 5 oder aber auch nur 2 Jahre sein - aber es sind schöne Jahre.  *schneuz*

Die vielen Untersuchungen, Röntgenaufnahmen, Medikamente und Behandlungen fraßen meinen Geldbeutel auf. Durch die Luna-Hilfe jedoch wurde ich in professioneller Weise unterstützt und viele liebe Menschen haben für Luis gespendet. Es kamen über 1.300 € für ihn zusammen und alles konnte bezahlt werden (und es ist noch einiges übrig.)

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei allen Spendern aufrichtig bedanken -

mit einer dermaßen großen Anteilnahme und Resonanz habe ich nicht gerechnet und wurde meines Glaubens an eine verlorengegangene Menschheit mit Herz eines Besseren belehrt!

Leider waren mir nur ein paar Monate mit Luis vergönnt.
Kleines hat sehr unter Luis` Anwesenheit gelitten und "wohnte" nur noch bei meinem Mitbewohner unter`m Bett. Auch mit Medina verstand sie sich auf einmal nicht mehr, regelrechte Kämpfe wurden mehrmals täglich ausgefochten, das Geschrei war nicht auszuhalten und einmal hatte sich Medina sogar verletzt, bis sie blutete.
Zudem war es mir unmöglich, 100 %ig für Luis zu sorgen, da ich vollberufstätig und daher oft zehn Stunden nicht zu Hause bin. Luis benötigte aber volle Aufmerksamkeit, nicht allein schon wegen seiner Inkontinenz (die Windeln müssen regelmäßig gewechselt werden etc.).

Schweren Herzens musste ich ihn leider abgeben.. *seufz*
Aber meinen kleiner Spocki hätte es nicht besser treffen können -
er ist nun bei einem sehr kompetenten Tierarzt-Pärchen, das sich auch daheim um viele pflegebedürftige Fellnasen kümmert, und wird somit professionel betreut. Sie besitzen auch ein behindertes Mietzchen namens "Pi", sie hat nahezu dieselbe Behinderung wie Luis und die beiden vestehen sich super! Anscheinend ist Luis auch ein bißchen verliebt in die Kleine!

Ich bin so froh, dass alles ein gutes Ende genommen hat und obendrauf -
hat die Luna-Hilfe sogar eine lebenslange Patenschaft für meinen Schatz übernommen!

----- DANKE -----

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